Dieser Artikel wurde in der Ausgabe März 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Energie & Netze

Wuppertaler Erfindung erleichtert die Gaslecksuche

12.02.2025 – Lesezeit ca. 3 Minuten 84

Wuppertaler Erfindung erleichtert die Gaslecksuche

Drei Mitarbeiter der Wuppertaler Stadtwerke haben eine einfache Lösung für die Suche nach undichten Gasleitungen entwickelt. Ihre Gasdiffusionshülse ist schon in mehreren Städten im Einsatz.

Sicherheit ist das oberste Gebot in der Gasversorgung. Deshalb überprüfen Gasversorger die Leitungen in ihren Netzen laufend auf Undichtigkeiten. In der Regel dienen dabei Straßenkappen als Prüfpunkte und zur Visualisierung der Rohrverläufe.

Wenn Gasversorgungsleitungen undicht sind, sammelt sich das Gas unter den versiegelten Flächen. In Vergangenheit wurden Gaskappen mit Riechrohren in Straßen und Gehwegen eingebaut Mit Hilfe dieser Straßenkappen konnten Spezialgeräte Gasleckagen aufspüren. Die quadratischen Eisendeckel mit einer Kantenlänge von 15 Zentimeter hat jeder schon einmal im Straßenbild gesehen. Sie haben allerdings Nachteile: Ihr Einbau war aufwändig und auf Straßenoberflächen leiden sie durch den Fahrzeugverkehr. Sie sacken ab oder der Asphalt an den Rändern bröckelt.

Die drei WSW-Mitarbeiter André Ernestus, Ali Tahiri und Jörg Clausdorff haben eine einfache und praktische Lösung für die Gaslecksuche gefunden, die diese Nachteile vermeidet: die Gasdiffusionshülse. Die 25 Zentimeter langen Röhrchen werden einfach in ein kleines Bohrloch im Asphalt eingeschlagen. Mit der Gasdiffusionshülse sprechen Gaskonzentrationsmessgeräte bei austretendem Gas über die Radialnuten und eine kleine Bohrung im Hülsenkopf an. Zusätzliche Langlöcher im Schaft dienen als Einströmöffnungen bei geringerer Oberflächenstärke. Vor allem in Innenstädten hat das erhebliche Vorteile, denn die Straßendecke bleibt weitestgehend unangetastet. Aufwändiger Straßenbau ist überflüssig.

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Für Wuppertal ist die Gasdiffusionshülse eine ideale Lösungen für die Gaslecksuche. Noch als Folgen der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs finden sich in der bergischen Großstadt vielerorts gestörte Böden mit Mauerwerksresten und alten Rohrleitungen. Häufig wurde Beton als Unterbau für Pflaster-Oberflächen verwendet oder es wurden extrem dicke bituminöse Oberflächen verbaut. Für diese nahezu gasundurchlässigen Oberflächen ist die Gasdiffusionshülse bestens geeignet. Messungen konnten bisher nur an Unterbrechungen, Rissen und Bordsteinfugen vorgenommen werden. Durch punktgenaues Setzen der Gasdiffusionshülsen im Trassenverlauf werden jedoch Messungen direkt an neuralgischen Stellen möglich gemacht.

Die Wuppertaler Stadtwerke haben die Erfindung ihrer drei Mitarbeiter an mehreren Stellen im Stadtgebiet eingebaut. Die WSW haben sich auch darum gekümmert, die Innovation zum Patent anzumelden und unterstützen beim Vertrieb. Inzwischen sind auch andere Gasnetzbetreiber auf die Gasdiffusionshülse aufmerksam geworden. Die kleinen Röhrchen aus Wuppertal sind auch auf Straßen und in Fußgängerzonen in Fürth oder in den Niederlanden in Breda zu finden. Auch Großgasversorger haben Transportleitungen mit den Röhrchen bestückt.

„Die Idee zur Entwicklung der Gasdiffusionshülse ist aus der Praxis entstanden und hat sich bewährt“, sagen die Erfinder. Sie hat nicht nur technische Vorteile, sondern spart auch Geld. Die unkomplizierte und schnelle Installation ohne aufwändigen Tiefbau reduziert Kosten. Es sind außerdem weniger Folgeschäden auf stark befahrenen Straßen zu erwarten. Die Hülsen sind zudem flexibel einsetzbar und ein Gewinn für die Sicherheit.

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