Dieser Artikel wurde in der Ausgabe Januar / Februar 2025 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.

Rubrik Energie & Netze

Kelsterbach ist ein Vorreiter in Hessen

Vorsprung in kommunaler Wärmeplanung

20.12.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 64

Vorsprung in kommunaler Wärmeplanung

Die Stadt Kelsterbach beginnt nach einer bundesweiten Ausschreibung als eine der ersten südhessischen Kommunen mit der Erarbeitung eines Kommunalen Wärmeplans (KWP). Mit der Erstellung wurden die Büros ProjektStadt | Integrierte Stadtentwicklung aus Frankfurt am Main mit ihrem Partner BCC-Energie aus Leipzig beauftragt.

„Mit der kommunalen Wärmeplanung gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer CO₂neutralen Zukunft. Die Umstellung auf erneuerbare Wärmequellen ist entscheidend für unsere Klimaziele und für die Schaffung einer zukunftsfähigen Infrastruktur“ so Bürgermeister Manfred Ockel. „Es ist uns dabei ein besonderes Anliegen, unsere Bürgerinnen und Bürger in diesen Prozess einzubinden, damit die entwickelten Maßnahmen sowohl effektiv als auch lokal angepasst sind.“ Die kommunale Wärmeplanung dient dazu, die Wärmeversorgung der Stadt langfristig auf nachhaltige und umweltfreundliche Energiequellen umzustellen. Ziel ist es, fossile Brennstoffe zu ersetzen und den Anteil erneuerbarer Energien deutlich zu erhöhen. Dabei werden verschiedene Maßnahmen berücksichtigt, wie die Nutzung von Abwärme, Fernwärme, Solarthermie sowie die verstärkte Integration von Wärmepumpen.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Der Ablauf der kommunalen Wärmeplanung

„Für eine erfolgreiche Wärmeplanung ist es entscheidend, dass die lokale Ausgangssituation gründlich analysiert wird. Nur so können passgenaue Lösungen für Kelsterbach entwickelt werden“, erläutert Malaika Rahm, Projektleiterin bei der ProjektStadt, der Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt. „Durch die Planung können vorhandene Potenziale besser ausgeschöpft und konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen definiert werden.“ Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung werden die verschiedenen Stadtteile und deren spezifische Gegebenheiten berücksichtigt. Auch die Anbindung an bestehende Netze sowie die Nutzung regionaler Ressourcen werden in die Planung einbezogen, um Synergien zu schaffen und die Effizienz zu maximieren. Nach einer Bestands- und Potentialanalyse werden mögliche Maßnahmen zur Optimierung und Transformation der Wärmenetze erarbeitet. Diese umfassen unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien, die Nutzung von Abwärmequellen und die Steigerung der Energieeffizienz in Bestandsgebäuden.

Vorteile des kommunalen Wärmeplans

„Ein durchdachter Wärmeplan ist nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch eine Investition in die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit unserer Stadt“, so Maximilian Barth, Klimaschutzmanager der Stadt Kelsterbach. „Die Stadt Kelsterbach setzt damit nicht nur ein Zeichen für den Klimaschutz, sondern auch für eine zukunftsfähige, wirtschaftliche Wärmeversorgung. Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen wird schrittweise erfolgen, um die Versorgungssicherheit und die Lebensqualität in der Stadt langfristig zu gewährleisten. Mit der ProjektStadt | Integrierte Stadtentwicklung und BCC-Energie haben wir erfahrene Partner an unserer Seite, die uns dabei unterstützen, unsere Ziele zu erreichen.“

Die Planung bietet eine wichtige Orientierung für Bauherren und Eigentümer in Kelsterbach, um bei Neubauten und Sanierungen auf nachhaltige Wärmeversorgung setzen zu können. Gleichzeitig unterstützt der Wärmeplan dabei, Fördermöglichkeiten optimal zu nutzen und so Investitionen in die nachhaltige Infrastruktur kosteneffizient zu gestalten.

„Kommunale Wärmeplanung ist nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein fiskalisches Thema“ erörtert Marion Schmitz-Stadtfeld, Leiterin der Integrierten Stadtentwicklung.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

Sie können diese Ausgabe kaufen oder ein Abonnement abschließen, um diesen Artikel hier sofort und komplett zu lesen. Mit einem Abonnement erhalten Sie zusätzlich jede gedruckte Ausgabe der Kommunalwirtschaft frei Haus.
Unser PDF Abo ist kostenlos! Abonnieren Sie dazu unseren Newsletter, in welchem ein Downloadlink zur jeweils aktuellen Ausgabe zur Verfügung gestellt wird.
Wenn Sie schon Abonnent der Kommunalwirtschaft sind, melden Sie sich an, um den Artikel zu lesen.
Haupt-Bauphase für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe in Köln beginnt
Haupt-Bauphase für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe in Köln beginnt

280 Millionen Euro investert die RheinEnergie an ihrem Erzeugungsstandort Köln-Niehl in die Energie- und Wärmewende. Das Projekt von Europas größter Flusswasse[...]

16.06.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

energie
Windenergie vor Ort
Windenergie vor Ort

Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern können selbst Flächen für Windenergieanlagen ausweisen, ergänzend zur Planung der Regionalen Planungsverbände. Geregelt ist d[...]

15.06.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Umfrage: 84 Prozent der kommunalen Energieversorger setzen auf Batteriespeicher

Der Ausbau von Großbatteriespeicherprojekten nimmt Fahrt auf: 11 Prozent der kommunalen Energieversorger setzen bereits konkrete Projekte um. Weitere 27 Prozent[...]

12.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Bio-Flüssiggas für Stadtwerke und Kommunen

Bio-Flüssiggas bietet Kommunen im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Dazu zählen insbesondere die Aufrechterhaltung des steuer[...]

09.06.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

energie
Pflanzenkohle als Lösung in der Klimakrise?
Pflanzenkohle als Lösung in der Klimakrise?

Der Klimawandel schreitet voran, trotz vielfältiger Initiativen steigt der CO₂-Ausstoß global weiter an, wenngleich langsamer als früher. Noch liegen die abschl[...]

02.06.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

energie
Erdwärme-Projekt der N-ERGIE: 2D-Seismik-Messungen geplant
Erdwärme-Projekt der N-ERGIE: 2D-Seismik-Messungen geplant

Nächster Schritt für das Projekt „Erdwärme Franken“ der N-ERGIE: In der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen sogenannte 2D-Seismik-Messungen den Untergrund in und u[...]

29.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
Regenerativer Strom aus Achstetten
Regenerativer Strom aus Achstetten

Start frei für eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage im Landkreis Biberach. Am Dienstag, 19. Mai, hat die BWZ Achstetten GmbH offiziell ihren neuen Solarpark[...]

29.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Orientierung für Kommunen beim Windenergieausbau
Orientierung für Kommunen beim Windenergieausbau

Die Regionalverbände in Baden-Württemberg legen die Vorrangflächen für Windenergieanlagen im Südwesten fest. Eine Ersteinschätzung des Ausbaupotenzials auf ihre[...]

28.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie
Bundesweites Verbundprojekt unterstützt Kommunen beim Ausbau erneuerbarer Energien
Bundesweites Verbundprojekt unterstützt Kommunen beim Ausbau erneuerbarer Energien

Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative fördert das Bundesumweltministerium das Verbundprojekt „BEEKOMM – Beschleunigung des Ausbaus von erneuerbaren Ene[...]

27.05.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

energie
EEG-Entwurf gefährdet jede vierte kleine Wasserkraftanlage in Mitteldeutschland

Wasserkraftverband Mitteldeutschland warnt: Förderstopp für Anlagen unter 25 kW trifft besonders Mitteldeutschland und schwächt verlässliche dezentrale Energieerzeugung

26.05.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

energie

Weitere Artikel in dieser Rubrik