Rubrik Energie & Netze

Pilotierung in Wolfenbüttel und im Landkreis Ludwigsburg

Kommunale Nutzung von Second-Life-Energiespeichern

04.09.2024 – Lesezeit ca. 3 Minuten 93

Die niedersächsische Stadt Wolfenbüttel und der Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg erproben Second-Life-Stromspeicher aus gebrauchten Elektrofahrzeugbatterien. Im Rahmen des Forschungsprojekts Fluxlicon wurde eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, Batterien verschiedener Hersteller und Größen zu integrieren. Diese modulare Bauweise ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen für verschiedene kommunale Anwendungen und eröffnet neue Wege zur Zweitnutzung vorhandener Ressourcen.

Gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien aus Elektrofahrzeugen, die nicht mehr für den Antrieb geeignet sind, bieten eine nachhaltige Lösung für stationäre Speichersysteme. Denn nach ihrer Nutzung im Fahrzeug behalten die Batterien rund 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität und können weiterhin effizient Strom speichern.

Das Forschungsprojekt „Intelligentes und flexibles System zum Einsatz von jeglichen Second-Life-Batterien in der kommunalen Ladeinfrastruktur“ (Fluxlicon) entwickelt ein flexibles und modulares Speichersystem in Containerbauweise aus Second-Life-Batterien. Dabei steht die flexible Nutzung in der kommunalen Energieinfrastruktur im Mittelpunkt. Im Gegensatz zu anderen Projekten integriert Fluxlicon Batterien verschiedener Hersteller und Größen, wodurch die Produktverfügbarkeit steigt und der Speicher flexibel an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden kann.

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Pilotkommunen als Vorreiter der Energiewende

In einem Ausschreibungsprozess wurden Ludwigsburg und Wolfenbüttel für die Pilotierung des Fluxlicon-Speichers ausgewählt. Sie erhalten ab Herbst 2024 einen Speicher, der jeweils aus 16 gebrauchten Batterien verschiedener Hersteller besteht. Der Landkreis Ludwigsburg plant die Integration des Fluxlicon-Speichers in seinen Verwaltungscampus als Teil eines erneuerbaren Quartierskonzepts. Der Speicher unterstützt dieses Konzept durch die Erhöhung des Stromanteils aus lokalen Photovoltaikanlagen sowie durch intelligentes Lastspitzenmanagement. Der Strom kann dann unter anderem für die örtliche Ladeinfrastruktur genutzt werden. In Wolfenbüttel optimiert der Fluxlicon-Speicher die Versorgung der städtischen Kläranlage durch Photovoltaik-Freiflächenanlagen, die derzeit geplant werden. Durch die Zwischenspeicherung des erzeugten Stroms kann die Kläranlage auch in Zeiten ohne Sonneneinstrahlung mit lokalem Strom versorgt werden. Als einer der größten Stromverbraucher der Stadt trägt die Kläranlage somit zu einem höheren Anteil Erneuerbarer Energien bei und entlastet die lokalen Netze.

Beide Anwendungsfälle dienen als Referenzmodelle für zukünftige Energiespeicherkonzepte mit Second-Life-Speichern in Kommunen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und können damit auch in anderen Städten und Gemeinden genutzt werden.


Über das Projekt

Mit dem Forschungsprojekt Fluxlicon werden wertvolle Erkenntnisse zur Charakterisierung und Integration der Batterien in stationäre Speichersysteme erarbeitet. Neben der Entwicklung eines Speichersystems aus Second-Life-Batterien, dient eine Trusted Plattform dazu, strukturierte und relevante Batteriedaten bereitzustellen, um die Weiterverwendung gebrauchter Batterien zu erleichtern. Fluxlicon wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. Das Konsortium besteht aus PEM Motion, ConAC, dem Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM), der RWTH Aachen, DEKRA und der Agentur für Erneuerbare Energien.

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