Rubrik IT / Verwaltung / Security
03.09.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 79
Beim siebten Forum für den Staat von morgen in Memmingen arbeiten rund 70 Verwaltungspionier:innen aus Bund, Ländern und Kommunen an konkreten Reformansätzen für einen zukunftsfähigen Staat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Zusammenarbeit der staatlichen Ebenen verbessert und Verwaltung wirksamer gestaltet werden kann.
Wie kann der Staat schneller, wirksamer und näher an den Menschen arbeiten? Mit dieser Frage beschäftigt sich ab heute das siebte Forum für den Staat von morgen in Memmingen. Drei Tage lang arbeiten rund 70 Verwaltungspionier:innen aus Bund, Ländern und Kommunen ressort- und hierarchieübergreifend an konkreten Reformansätzen für einen zukunftsfähigen Staat.
Das Forum für den Staat von morgen wird von Re:Form, der Allianz für den Staat von morgen, veranstaltet. Gastgebende sind die Stadt Memmingen, vertreten durch Oberbürgermeister Jan Rothenbacher, sowie der Freistaat Bayern, vertreten durch den Bayerischen Staatsminister für Digitales Fabian Mehring.
Der Reformdruck auf Staat und Verwaltung wächst. Gleichzeitig entsteht auf politischer Ebene neue Dynamik: Mit dem geplanten Zukunftspakt von Bund, Ländern und Kommunen sowie verschiedenen Modernisierungsvorhaben auf Bundes- und Landesebene rückt die Frage nach einer leistungsfähigeren Verwaltung stärker in den Fokus. Entscheidend ist nun, aus politischen Vorhaben konkrete Veränderungen in der Praxis entstehen zu lassen. Dafür braucht es Lösungen, die sich an den Erfahrungen der Menschen orientieren, die täglich in Verwaltungen arbeiten und staatliche Leistungen umsetzen.
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Im Mittelpunkt des Forums stehen zehn Arbeitsgruppen, in denen die Teilnehmenden zentrale Reformfelder bearbeiten. Dazu gehören unter anderem digitale Souveränität, Personalgewinnung und -entwicklung, kommunale Finanzstrukturen, Beteiligungsprozesse in Verwaltungsverfahren sowie der Umgang mit Krisen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie die föderale Zusammenarbeit weiterentwickelt werden kann. Ziel ist es, aus der Verwaltungspraxis heraus Vorschläge zu entwickeln, die Zuständigkeiten klarer machen, Zusammenarbeit erleichtern und staatliches Handeln wirksamer gestalten.
Die Ergebnisse des Forums werden anschließend in die beteiligten Verwaltungen und Netzwerke getragen. Dort sollen Ansätze erprobt, weiterentwickelt und in konkrete Veränderungsprozesse übersetzt werden. Der Austausch im Rahmen von Re:Form wird fortgesetzt: Das nächste Forum für den Staat von morgen findet im Juli 2027 im Saarland statt.
Tiaji Sio, Leiterin von Re:Form bei ProjectTogether:
„Es braucht Orte, an denen Menschen aus der Verwaltung losgelöst von Hierarchien und eingeübten Mustern frei über die strukturellen Zukunftsfragen unseres Staates nachdenken können. Unser föderales System ist im Laufe der Zeit komplexer geworden und lähmt sich an einigen Stellen selbst. Deshalb müssen wir genau hinschauen: Wo ist es sinnvoll, Aufgaben zu bündeln, und wo brauchen Kommunen mehr Handlungsspielräume, um passgenaue Lösungen vor Ort umzusetzen? Dafür braucht es jetzt den Mut für einen großen Wurf.“
„In Zeiten großer Krisen müssen wir uns fragen, wie wir als Staat gut zusammenarbeiten wollen. Allzu oft sind Entscheidungsträger im Tagesgeschäft gefangen und verlieren aus dem Blick, dass wir unseren Staat für die Zukunft weiterentwickeln müssen. Nach dem Motto: Wir haben keine Zeit, die Axt zu schleifen, weil wir den Baum fällen müssen. Genau deshalb braucht es das Forum für den Staat von morgen: einen Ort, an dem wir die wirklich wichtigen Fragen stellen, neue Wege entwickeln und Veränderungen auf den Weg bringen.”
„Der moderne Staat der Zukunft entsteht nicht am Reißbrett, sondern dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam neue Wege gehen. Das Forum für den Staat von morgen bietet genau dafür eine wertvolle Plattform. Hier in Memmingen begegnen sich Bund, Länder und Kommunen als Partner auf Augenhöhe. Denn: Echte Staatsmodernisierung kann im Föderalismus nur gelingen, wenn alle Ebenen am gleichen Strang ziehen. Zusammen denken wir Verwaltung neu – digitaler, effizienter und konsequent aus der Nutzersicht der Menschen und Unternehmen in unserem Land. Unser Zielbild ist ein moderner Digitalstaat, der die Lebensqualität der Menschen konkret verbessert und als Standortvorteil für die Wirtschaft wirkt. Eine innovative Behördenwelt wird dabei zum Trumpf gegen Bürokratie und Demographie – und für unsere Demokratie!“
Re:Form ist eine Allianz für den Staat von morgen. Sie bringt Verwaltungspionier:innen aus Bund, Ländern und Kommunen zusammen, um konkrete Reformen für einen handlungsfähigen, leistungsstarken und bürgernahen Staat voranzubringen. Re:Form ist eine Initiative der gemeinnützigen Organisation ProjectTogether und wird von der Stiftung Mercator gefördert.