Rubrik IT / Verwaltung / Security

Yorizon Studie analyisiert Kommunen im Spannungsfeld von Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit

23.10.2025 – Lesezeit ca. 5 Minuten 304

Yorizon Studie analyisiert Kommunen im Spannungsfeld von Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit

In den meisten kommunalen Verwaltungen herrscht Unsicherheit darüber, was sie bei den Zukunftsthemen Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit erwartet. Es fehlt entweder an Strategien und Zielsetzungen, oder der aktuelle Stand ist nicht bekannt – so die bundesweite repräsentative Yorizon Studie 2025.

Die Befragung von 1.500 Entscheider:inen in kommunalen Verwaltungen wurde vom Marktforschungsinstitut Civey im Auftrag des Cloudanbieters Yorizon von Juli bis August 2025 durchgeführt. Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf den dringenden Handlungsbedarf in öffentlichen Verwaltungen, um den Anforderungen an digitale Souveränität, sichere KI-Nutzung und Klimaneutralität gerecht zu werden.

Für Zukunftsthemen fehlen vielfach konkrete Ziele und Vorbereitung

Von den befragten kommunalen Verwaltungen gab jede:r vierte an (23,4%), keine bestimmten Zielsetzungen in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und KI-Nutzung haben. Jede:r fünfte (19,5%) wusste nicht, ob es zu diesem Thema Zielsetzungen gab. Zudem geben lediglich 18% der Befragten an, dass ihre Kommune gut auf die Digitalisierung vorbereitet sei; bei den Nachhaltigkeitszielen bejahen dies 21 % und bei KI sogar nur 9 %.

Advertising

Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Link zur kostenlosen PDF Ausgabe der Kommunalwirtschaft!

„Interessant ist, dass diejenigen, die in einem der drei Zukunftsthemen konkrete Zielsetzungen formuliert und zumindest auf Führungsebene kommuniziert haben, diese oft auch mit den jeweils anderen Feldern verbinden“, erläutert Andreas Schweinar, Co-CEO von Yorizon. „Diese Kommunen scheinen ein tieferes Verständnis dazu zu haben, dass gerade aus dem Zusammenspiel von Digitalisierung, intelligenten Prozessen und klaren Nachhaltigkeitszielen wertvolle Synergieeffekte, innovative Impulse und höhere Wertschöpfung aus Investitionen entstehen.“

KI-Nutzung im eher willkürlichen Versuchsstadium

Nicht einmal jede:r Zehnte sieht sich gut oder eher gut auf die Nutzung von KI vorbereitet. Gleichzeitig gaben knapp 40% an, KI bereits im Einsatz zu haben bzw. damit erste Erfahrungen zu machen. Die meisten Kommunen befinden sich demnach noch im KI-Versuchsstadium, wenige haben konkrete Pläne für einen sicheren, breiten Einsatz. Doch diese aktuell eher willkürliche KI-Nutzung birgt vielfältige rechtliche und strategische Risiken, was den befragten kommunalen Entscheider:innen auch klar zu sein scheint – Datenschutzrisiken und fehlende Fachkompetenz werden als wichtigste kritische Aspekte genannt.

Bemerkenswert ist zugleich, dass die fehlende Standardisierung bei KI für die meisten kein Problem darstellt, hingegen die Abhängigkeit von externen Anbietern aber ein zentrales KI-Gegenargument ist. „Dies verdeutlicht, dass hinsichtlich KI noch erheblich Aufklärungs- und Handlungsbedarf besteht“, so Schweinar weiter. „Gerade durch Standardisierung kann für KI-Anwendungen sichergestellt werden, dass eben keine Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern entstehen und damit auch Kostenfallen vermieden werden. Standardisierung ist zudem die zentrale Voraussetzung, um bei KI-Anwendungen grundlegend rechtliche und ethische Regelungen umzusetzen und zu kontrollieren.“

Kaum Strategien zur Cybersicherheit

Nur 35 % der befragten Entscheider:innen können aktuell die Frage, ob ihre Kommune über eine Strategie zur Abwehr von Cyber-Angriffen verfügt, positiv beantworten, über 40 % wissen nichts dazu. Den digitalen Sicherheitsrisiken, denen gerade kommunale Verwaltungen mit hochsensiblen personenbezogenen Daten gegenüberstehen, wird demnach noch längst nicht flächendeckend Rechnung getragen. Bei dieser Frage wird auch deutlich, wie wichtig ein zeitgemäßer Status der Digitalisierung ist. Von den Befragten, die sich gut auf Digitalisierung vorbereitet fühlen, gaben 71,6% an, dass auch für die IT-Sicherheit gesorgt ist.

Aufholbedarf bei Wissen um zeitgemäße IT-Lösungen

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass die Sicht auf IT-Infrastrukturen in den Kommunen noch sehr vom klassischen Betrieb eigener Rechenzentren bestimmt ist. Doch gerade auf dem Weg hin zu einem höheren Digitalisierungsgrad können Kommunen von bedarfsorientierten, dezentralen Rechenzentrumsleistungen und Cloud-Lösungen profitieren – etwa um die IT-Modernisierung beschleunigt, sicher und ohne große Investitionshürden umzusetzen. So halten 43% der Befragten lokal betriebene, cloudbasierte Rechenzentren für eine realistische Alternative zu klassischen Rechenzentren. Die Zustimmungsrate ist über alle Befragten in etwa gleich, unabhängig vom Reifegrad in Digitalisierung, KI oder Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit hat „Nice-to-Have“ Status

Nachhaltigkeit in der IT scheint aktuell bei vielen kommunalen Entscheider:innen noch eher einen „nice-to-have“ Status zu haben, bei den Kriterien zur Auswahl von Cloud-Rechenzentren spielt es eine untergeordnete Rolle. Etwas anders sieht es aus, wenn direkt gefragt wird: Knapp die Hälfte (45,9%) der an der Umfrage teilnehmenden kommunalen Entscheider:innen würde Rechenzentrumsanbieter bevorzugen, wenn damit mehr Nachhaltigkeit in der IT verbunden wäre. Für jede:n Fünfte:n (21,6%) ist das kein relevantes Thema. Dies zeigt: Es braucht mehr Bewusstsein für den rasant steigenden Energie- und Ressourcenbedarf durch IT und KI und konkrete Strategien, um dieser Entwicklung auch in den Kommunen mit modernen IT- und Infrastrukturlösungen wirkungsvoll zu begegnen.

„Um den Anforderungen nach digitaler Souveränität und Klimaneutralität gerecht zu werden, brauchen Kommunen zukunftssichere IT-Infrastrukturen“, so Schweinar abschließend. „Die notwendigen Komponenten stehen bereit, um diese klimaschonend und wirtschaftlich leistungsfähig zu gestalten und zu betreiben. Gerade lokale, nachhaltig konzipierte Cloud-Rechenzentren werden dabei eine zentrale Rolle spielen, um die Limitierungen eigener Rechenzentren zu überwinden und sensible, kommunale Anwendungen sicher und unabhängig zu betreiben. Mit den aktuell laufenden Modernisierungsinitiativen der Kommunen bietet sich ihnen die Chance, mit innovativen Konzepten für IT-Infrastrukturen einen integrierten Lösungsweg für drängende Zukunftsfragen hinsichtlich Digitalisierung, Nachhaltigkeit und KI zu gehen.“

Herausforderung Payment: Was die kommunale Digitalisierung ausbremst
Herausforderung Payment: Was die kommunale Digitalisierung ausbremst

Der Antrag? Online ausgefüllt. Die erforderlichen Nachweise? Bereits hochgeladen. Ein Termin im Amt wäre somit nicht mehr nötig. Wird jedoch eine Gebühr fällig,[...]

04.09.2026, Lesezeit ca. 6 Minuten

digitales
Forum für den Staat von morgen in Memmingen: Bund, Länder und Kommunen entwickeln Wege für zukunftsfähige Zusammenarbeit

Beim siebten Forum für den Staat von morgen in Memmingen arbeiten rund 70 Verwaltungspionier:innen aus Bund, Ländern und Kommunen an konkreten Reformansätzen fü[...]

03.09.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

digitales
Performance auf den Punkt gebracht: Calw führt KM-Fahrerlaubnis ein
Performance auf den Punkt gebracht: Calw führt KM-Fahrerlaubnis ein

Der Landkreis Calw hat sein Führerscheinwesen mit Hilfe der kommunalen IT-Dienstleisterin Komm.ONE auf ein neues Fachverfahren umgestellt. Die Einführung von KM[...]

31.08.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Mit einem Klick informiert: Hanau bündelt städtische Live-Daten auf digitaler Bürger-Informationsplattform
Mit einem Klick informiert: Hanau bündelt städtische Live-Daten auf digitaler Bürger-Informationsplattform

Daten helfen bei Stadtbesuch, Wetter, Parken und Klimaschutz / Kostenlos, ohne Anmeldung, ohne App / Grundlage für zukünftige Smart-City Anwendungen

31.08.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Allerletzte Chance zur rechtzeitigen Umsetzung der E-Rechnungs-Pflicht!
Allerletzte Chance zur rechtzeitigen Umsetzung der E-Rechnungs-Pflicht!

Unternehmen müssen sich jetzt auf die Rechtslage einstellen, um Strafen zu vermeiden. Gleichzeitig ist es für sie die Gelegenheit, Prozesse zu optimieren und da[...]

21.08.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

digitales
IT-Unternehmen schließen sich BMDS/DATABUND-Initiative für interoperable Verwaltungsservices an
IT-Unternehmen schließen sich BMDS/DATABUND-Initiative für interoperable Verwaltungsservices an

Sechzig IT-Dienstleister und GovTech-Anbieter haben sich bis jetzt der neuen Digitalisierungs-Initiative des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernis[...]

31.07.2026, Lesezeit ca. 2 Minuten

digitales
Nur noch 17 Monate! Die Zeit rennt und die Ressourcen sind knapp
Nur noch 17 Monate! Die Zeit rennt und die Ressourcen sind knapp

Noch 17 Monate bis zum Wartungsende für SAP R/3. Bis dahin sollten Unternehmen, die SAP nutzen, auf S/4 Hana umgestellt haben, da der Anbieter den Support für d[...]

20.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
KI-Agenten in Kommunen: Zwischen Effizienzgewinn und Kontrollverlust
KI-Agenten in Kommunen: Zwischen Effizienzgewinn und Kontrollverlust

Tim Berghoff, Security Evangelist bei G DATA CyberDefense AG

16.07.2026, Lesezeit ca. 7 Minuten

digitales
Bundesregierung hat zwei Drittel ihrer Digitalvorhaben auf den Weg gebracht

Die Bundesregierung kommt bei ihren digitalpolitischen Vorhaben voran. 12 Prozent der Digitalprojekte sind inzwischen vollständig abgeschlossen, weitere 57 Proz[...]

13.07.2026, Lesezeit ca. 3 Minuten

digitales
Sicher digitalisieren und souverän handeln mit G DATA MXDR „Made in Germany“
Sicher digitalisieren und souverän handeln mit G DATA MXDR „Made in Germany“

Wenn ein Cyberangriff eine Kommune trifft, steht nicht nur die IT still. Bürgerdienste fallen aus, Mitarbeitende haben keinen Zugriff mehr auf Akten und kritisc[...]

10.07.2026, Lesezeit ca. 4 Minuten

digitales

Weitere Artikel in dieser Rubrik