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BioBitte im Austausch mit Wiebke Kottenkamp vom Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung

Ganztag 2026: Schulessen als Pflichtaufgabe – und als Hebel für mehr Bio

05.03.2026 – Lesezeit ca. 4 Minuten 478

Ganztag 2026: Schulessen als Pflichtaufgabe – und als Hebel für mehr Bio

Bild: BioBitte / Ilja Hendel

Ab August 2026 tritt der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder stufenweise in Kraft. Damit stehen Kommunen bundesweit vor einer zentralen Aufgabe: Sie müssen die Mittagsverpflegung in Grundschulen sicherstellen. Was bislang häufig ein ergänzendes Angebot war, wird nun zur Pflichtaufgabe und zugleich zur Chance, Schulverpflegung zukunftsfähig zu gestalten.

Mit Blick auf die anstehenden Herausforderungen in der praktischen Umsetzung positioniert sich die Initiative BioBitte als praxisnahes Unterstützungsangebot für Kommunen, Schulträger und Vergabestellen. Neben bestehenden Informations- und Beratungsangeboten entwickelt BioBitte unter anderem gezielte Veranstaltungsformate zur Umstellung auf mehr Bio in der Schulverpflegung.

Dabei bündelt BioBitte Kräfte mit Institutionen, die in die gleiche Richtung schauen. Im Austausch mit Wiebke Kottenkamp, Referatsleitung beim Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung, wird deutlich: Ganztag erfordert nicht nur mehr Essen, sondern vor allem tragfähige Strukturen.

Pflichtaufgabe Schulessen: Qualität beginnt in der Vergabe

Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wird Schulverpflegung zu einem festen Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge. Infrastruktur, Personal und Ausschreibungen müssen langfristig gedacht werden. Viele Kommunen stehen dabei vor der Herausforderung, steigende Anforderungen rechtssicher, wirtschaftlich und zugleich qualitätsorientiert umzusetzen. Gerade jetzt entscheidet sich, ob Schulessen lediglich organisiert oder strategisch gestaltet wird. Denn – so Kottenkamp – „was in der Ausschreibung nicht gefordert wird, wird später auch nicht geliefert“.

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Neben der Auswahl geeigneter Anbieter braucht es eindeutige Zuständigkeiten, funktionierende Austauschformate zwischen Schulen, Trägern und Caterern sowie klar definierte qualitative Vorgaben. Letztere lassen sich rechtssicher in Ausschreibungen verankern, etwa durch Vorgaben zu Saisonalität, zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung oder zum Einsatz ökologisch erzeugter Lebensmittel. So entstehen klare Rahmenbedingungen, die Küchen und Anbietern Orientierung geben und die Planung erleichtern.

Eine wichtige fachliche Orientierung bietet dabei der DGE-Qualitätsstandard. Er dient als gemeinsame Referenz dafür, was gutes Schulessen leisten soll, und erleichtert die Übersetzung qualitativer Ansprüche in konkrete Vergabeprozesse. Dabei reicht es nicht, wenn der Träger formal etwas fordert, was nicht zur Schule passt: „Qualitätskriterien sind gemeinsam zu definieren und als Zuschlagskriterium für die Vergabe aufzunehmen und entsprechend zu gewichten. Das kann sowohl die Anzahl der Menülinien, die Auswahl an regionalen und ökologischen Lebensmitteln oder auch Formen der Partizipation umfassen“, so Wiebke Kottenkamp.

Wie tragfähig diese strukturellen Entscheidungen sind, zeigt sich letztlich im Schulalltag – dort, wo Kinder täglich essen. Ob der Ganztag im Alltag funktioniert, zeigt sich nicht allein in Konzepten und Richtlinien, sondern vor allem daran, ob das Mittagessen angenommen wird, schmeckt und gern gegessen wird.

Schulessen als Schlüsselfaktor für einen gelingenden Ganztag

Mit dem Ausbau des Ganztags rücken die alltäglichen Rahmenbedingungen des Schulessens stärker in den Fokus. Entscheidend ist, wie das Essen konkret organisiert und erlebt wird: ausreichend Zeit für das Mittagessen, eine angenehme Essatmosphäre sowie Abläufe, die den Schulalltag entlasten, etwa feste Essenszeiten und verlässliche Ausgabestrukturen.

Beteiligung spielt eine zentrale Rolle. Werden Kinder als Tischgäste ernst genommen, steigt nicht nur ihre Akzeptanz, sondern auch die der Eltern. „Wenn die Kinder gern in der Schule essen, dann wurde schon ganz viel richtig gemacht“, so Kottenkamp.

Der Einsatz von Bio-Lebensmitteln kann dabei eine verbindende Rolle spielen: als gemeinsamer Qualitätsrahmen, der Orientierung bietet, Wertschätzung ausdrückt und dazu beiträgt, dass Schulessen positiv wahrgenommen wird – von Kindern ebenso wie von Schulen, Küchen und Kommunen.

Bio als verlässlicher Qualitätsbaustein

BioBitte zeigt, wie Nachhaltigkeit Schritt für Schritt in der öffentlichen Verpflegung verankert werden kann. Der Einsatz von Bio-Lebensmitteln steht dabei für transparente Standards entlang der Wertschöpfungskette und für klar definierte Anforderungen, die sowohl in Ausschreibungen als auch in der Küchenpraxis umsetzbar sind.

Mit verständlichen Informationsmaterialien, Beispielen guter Praxis und passenden Veranstaltungsformaten unterstützt die Initiative BioBitte Kommunen dabei, die Außer-Haus-Verpflegung zukunftsfähig weiterzuentwickeln und den Einsatz von Bio-Lebensmitteln zu erhöhen. Der Austausch mit dem Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung unterstreicht den gemeinsamen Anspruch, Wissen zu bündeln und Verantwortliche frühzeitig auf neue Rahmenbedingungen vorzubereiten.

Der Start der Ganztagspflicht macht deutlich: Schulessen wird zur Nagelprobe kommunaler Handlungsfähigkeit. BioBitte begleitet diesen Prozess als verlässliche Anlaufstelle.

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