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Dieser Artikel wurde in der Ausgabe Oktober 2024 der gedruckten Kommunalwirtschaft abgedruckt.
Die Schwammstadt als Antwort auf die Herausforderungen des modernen Städtebaus
Das Wohnquartier der Zukunft
30.09.2024 – Lesezeit ca. 5 Minuten
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Unerträgliche Hitze, Starkregenereignisse und Flutkatastrophen sind unter anderem die Folge der voranschreitenden Flächenversiegelung durch den Städtebau. Zugleich fordert die ansteigende Bevölkerungsdichte – insbesondere in den Ballungsgebieten – eine weitere Erschließung von Bauland. Ein Wohnquartier in Michendorf südlich von Potsdam geht mit gutem Beispiel voran. Statt den Boden mit Tonnen Beton zu verschließen, setzte man auf den wasserspeichernden Baustoff „Red Blähglasschotter“ von Veriso. Dieser nimmt Regenwasser auf und gibt es nach und nach an die Umwelt zurück. So funktioniert moderner Wohnungsbau ohne Kompromisse bei der Nutzungsweise oder hinsichtlich der Belastbarkeit.
Unsere Städte bieten oftmals folgendes Bild: Graue, kahle Betonwüsten, deren monotoner Auftritt nur durch die Neonreklame der Geschäfte unterbrochen wird. Ungewünschte Abwechslung bringen Wetterextreme: Drückende, stehende Hitze wird abgelöst durch immer wieder auftretende Starkregenereignisse. Letztere überlasten regelmäßig die Kanalisationssysteme und verwandeln Straßenzüge kurzzeitig in reißende Flüsse. Bäumen und anderen Pflanzen fehlt die Lebensgrundlage.
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Wenngleich eine solche Beschreibung aktuell noch überzogen klingt, legen die voranschreitende Urbanisierung und Flächenversiegelung die Grundsteine für dieses dystopische Städtebild. Schon heute sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar. Die sich häufenden Extremwetterereignisse sind Folgen des Städtebaus der Neuzeit. So gelten 6,5 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands als vollständig versiegelt. Nach Angaben der Flächenstatistik des Bundes kamen im Vierjahresmittel 2019 bis 2022 jeden Tag rund 52 Hektar dazu. Das sind mehr als 26.000 Fußballfelder versiegelter Boden im Jahr. Die Folgen sind unter anderem das Donau-Hochwasser in Passau in 2024 oder auch die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021.
Die Wende des Städtebaus
Um die Situation nicht zu verschlechtern und langfristig sogar eine deutliche Besserung zu erzielen, sind Veränderungen bei der Frage, wie gebaut wird, unabdingbar. Ein vielversprechendes Konzept ist das der Schwammstadt. Dahinter verbirgt sich das Bestreben, möglichst viel anfallendes Regenwasser vor Ort aufzunehmen und zu speichern, anstatt es in die Kanalisationen abzuleiten. Wie das in der Praxis des Wohnungsbaus aussieht, zeigt der Bau des Wohnquartiers “apfel mitte“ in Michendorf. Dort errichtet die Berliner Baugenossenschaft eG (bbg) ein modernes Wohnquartier zwischen Poststraße, Potsdamer Straße und Ladestraße. Auf dem rund 2,5 Hektar großen Gelände bieten elf Wohngebäude mit insgesamt 124 Wohnungen, ein Spielplatz und weitläufige Außenanlagen modernen Wohnraum in Großstadtnähe. Ein Wohnquartier dieser Dimension bringt im Regelfall eine umfangreiche Flächenversiegelung mit sich. Doch ein versiegelter Boden kann kein Wasser aufnehmen. Bei starken Regenfällen kann das zu einer Überlastung der Kanalisationen führen. Außerdem bleibt im Anschluss an die Niederschläge der Effekt der Verdunstungskühlung aus. Infolgedessen werden die Städte zu Hitzeinseln.
Die Vorzüge von Blähglasschotter in der Baupraxis
Um die genannten Problemstellungen zu umgehen, setzte der Architekt Andreas Haase von Complizen Architektur in Michendorf auf „Red Blähglasschotter – Aqua Store“ von Veriso. In Teilbereichen der Außenanlagen, auf Gehwegen sowie den Überfahrten der Tiefgarage wurde der Oberbau mit dem wasserspeichernden und stabilisierenden Leichtbaustoff mit klimaadaptiver Funktion ausgeführt. Zudem wurden die gepflasterten Außenflächen des Erdgeschosses von Haus 4 als Rinnensystem aufgebaut. Dabei erfolgte das Verlegen der Pflastersteine direkt auf dem Schotterbett aus Red Blähglasschotter. Der gewählte Aufbau verhindert selbst bei Starkregen zuverlässig, dass Oberflächenwasser gestaut wird. Stattdessen kann dieses in den Untergrund ausweichen. Dabei unterstützen auch die Materialeigenschaften des Blähglasschotters. Dieser kann bis zu 50 Masseprozent an Wasser aufnehmen. Nach acht Stunden reduziert sich die Aufnahme auf zwölf, nach vier Tagen auf drei Prozent. Die dabei entstehende Verdunstungskälte beugt Hitzeinseln vor und kühlt das Wohnquartier so auf natürliche Art und Weise ab.
Überfahrten profitieren zudem von zwei weiteren Charakteristika des – durch den Zuschlagstoff Eisenoxyd rot gefärbten – Materials. Die enorme Formstabilität ermöglicht den Einsatz unter Fahrbahnbelag. Selbst eine starke Auslastung von Verkehrswegen beeinträchtigt nicht dessen Funktion. Udo Vierke, dessen GaLaBau-Unternehmen den Blähglasschotter in Michendorf eingebracht hat, erklärt: „Die Verarbeitung des Blähglasschotters war ausgesprochen angenehm. Aufgrund des geringen Eigengewichts war es die ideale Grundlage für den Systemaufbau der Überfahrten der Tiefgaragen“.
Positiv in die Zukunft
Für das Wohnquartier “apfel mitte“ ist die Auswahl von „Red Blähglasschotter – Aqua Store“ eine Investition in die Zukunft: Die Kombination aus Wasserspeicherfunktion und der Fähigkeit zur dynamischen Lastenaufnahme schützt die Umwelt und verspricht langlebige Qualität mit geringen Wartungs- und Sanierungskosten. Zudem ist das Projekt ein positives Aushängeschild für das Konzept der Schwammstadt und zeigt eindrucksvoll, wie eine vergleichsweise einfache Lösung die Flächenversiegelung reduzieren kann.
Über die Veriso GmbH & Co. KG:
Die Veriso GmbH & Co. KG mit Sitz in Knittlingen und Produktionsstätten in Husum (Nienburg-Weser) hat sich auf die Fertigung, den Vertrieb und die Weiterentwicklung von Bläh- und Schaumglas sowie Blähglasschotter spezialisiert. Das Unternehmen entstand aus einem Zusammenschluss von Schlüsselbauer Geomaterials und Reiling. Die Expertise und Erfahrung des Recyclingexperten Reiling, welcher sich seit mehr als einem Jahrhundert die optimale Widerverwertung von Wertstoffen zur Aufgabe gemacht hat, und von Schlüsselbauer als Spezialist im Bereich Schaum- und Blähglasschotter ließen Veriso innerhalb kürzester Zeit zu einem der größten Produzenten von Schaumglas in Europa heranwachsen.
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